ALINA KUNITSYNA

   

PICT

MOV

BIO

KAT

[AT]

TXT

NEW

SIMPLE PRESENT

FLUX - TIME

IN THE FOLD

ENS

×

××

×××

08.03.2018 - 20.05.2018

Burgkapelle MMKK

Alina Kunitsyna. Flux-Time

Das Thema der Falte nimmt innerhalb des künstlerischen Œuvres von Alina Kunitsyna einen hervorragenden Stellenwert ein. Es findet sich in unterschiedlichen Darstellungen, in denen die Künstlerin der Frage nach dem Körper, nach seiner An- und Abwesenheit, nach Dasein und Vergänglichkeit nachgeht und ein Spiel von Verhüllen und Offenbaren, von Versprechen, Sehnsucht, Verführung, von Erfüllung und Enttäuschung, Anschein und Sein zelebriert. Es geht dabei um Fragen der Wahrnehmung, um das Sehen und Sichtbarmachen, das die Malerei über den herkömmlichen Augentrug hinaus in ein komplexes Bedeutungs- und Reflexionsgeflecht hebt. In der Burgkapelle installiert Alina Kunitsyna ein virtuos-realistisches Ölgemälde eines kreisrund aufgeschlagenen blauen Fächers, der sich dominant vor das barocke Wandfresko mit der Darstellung der Himmelfahrt des Heiligen Domitian schiebt und diese mehrdeutig verbirgt. Die Künstlerin bedient sich einer der Barockmalerei äquivalenten bildnerischen Sprache, um einen profanen geistigen Raum parallel zum religiösen des Freskos zu schaffen, in dem die historische Erzählung mit ihren eigenen Mitteln relativiert wird und neue Perspektiven – physischer und metaphysischer Natur – etabliert werden. 

Within Alina Kunitsyna's work, the theme of folds has outstanding significance. It is present in a variety of forms, in which the artist explores the question of the body – its presence and absence, its existence and its transience – in an interplay of concealment and revelation, promise, longing, seduction, fulfilment and disappointment, semblance and being. She deals with questions of perception, of seeing and visualising, which take painting beyond the traditional optical illusion, into a complex mesh of meaning and reflection. In the Burgkapelle, Alina Kunitsyna has installed a virtuosic, realistic oil painting of a blue circular fan, which takes prominence before the baroque wall fresco depicting the apotheosis of St Domitian, concealing it with ambiguous significance. The artist uses a pictorial vocabulary equivalent to that in baroque painting, in order to create a secular spiritual space parallel to the religious one of the fresco, thus relativising the historical narrative by her own means and establishing new perspectives, both physical and metaphysical. 

Christine Wetzlinger- Grundnig